set and forget…
Bisher hatte mein Multimedia-Server zuhause nach dem Motto “set and forget” wunderbar funktioniert (abgesehen von zwei Ausfällen bei den Festplatten). Irgendwann Anfang 2009 unter Ubuntu 9.04 aufgesetzt, VDR mit streamdev-Plugin eingerichtet, einige NFS-Shares auf insgesamt 4 Festplatten, dazu zwei kleine Streaming-Clients, die ebenso problemlos liefen. Da der Server nur innerhalb meines kleinen Heimnetzwerks erreichbar ist und nicht von außerhalb, war es auch nie soooo wichtig, daß ich jedes Sicherheitsupdate oder jede neue Software-Version haben musste. Die Kiste lief einfach.
Und jetzt zickt sie so langsam herum. Ich hatte ja gleich mal wieder eine der insgesamt 5 Festplatten im Verdacht, daß es aber ausgerechnet die Systemplatte sein muss, die via SMART ihren Exitus ankündigt, ist nun tatsächlich etwas unschön. Insgesamt wäre es ja mit Sicherheit kein Fehler, wenn ich den Server mal wieder frisch und sauber aufsetzen würde - an ein oder zwei Abenden wäre das Thema vom Tisch. Aber da sind ja noch meine beiden Streaming-Clients, die beide alles andere als leicht einzurichten waren/sind (zumal auch deren Software mittlerweile hoffnungslos veraltet ist)…
Im ersten Moment hatte ich ja kurz darüber nachgedacht, einfach die aktuelle Systemplatte zu klonen (so lange sie noch läuft) und die derzeitige Konfiguration einfach belassen. Nur wird halt mittlerweile Ubuntu 9.04 schon geraume Zeit nicht mehr unterstützt und ein Upgrade auf eine aktuelle Version wäre wahrscheinlich aufwändiger als eine saubere Neuinstallation (bei der ich ja auch ein paar Dinge gegenüber dem heutigen Stand bereinigen/optimieren könnte) …
Zum Glück bin ich nicht zwingend darauf angewiesen, daß die Kiste morgen gleich wieder laufen muss – so kann ich diese Aktion in aller Ruhe nächste Woche angehen.
[Update 2011-10-14]
Wider Erwarten hatte ich gestern abend doch noch genug Motivation, um bisschen an meinem Server zu basteln. Fazit:
- Die alte (IDE-) Systemplatte war definitiv kurz vor dem Crash. Was ich bisher für das Geräusch von CPU- und Gehäuselüfter hielt, war jedoch diese eine Festplatte. Ausgebaut => Ruhe!
- Eine der 4 SATA-Platten in dem Server war tatsächlich noch weitgehend unbenutzt, d.h. nachdem ich ein paar Verzeichnisse auf eine der anderen Platten umgeschichtet hatte, konnte ich diese Platte gleich mal zur Systemplatte machen
- Ich wollte ja zuerst Ubuntu Server 11.04, da gestern aber auch gleich noch die 11.10 veröffentlicht wurde, habe ich gleich die genommen und eine saubere Grundinstallation durchgezogen. Mittlerweile funktioiniert auf dem Server schon wieder NFS und das rudimentäre VDR-Streaming. Feintuning dann nächste Woche
- Meine bisherigen Streaming-Clients sollte ich definitiv überdenken, zumal sie sich nicht nur hardware-, sondern auch software-seitig leicht unterscheiden (Samsung SMT7020S und T-Online S100 ). Für die SMT7020S wird offensichtlich noch eine kleine Distribution weiterentwickelt, bei der S100 wäre wohl mehr Bastelarbeit angesagt. Dementsprechend bin ich derzeit schon am grübeln, ob ich mich nicht von der S100 zugunsten einer weiteren SMT7020S trenne und somit beide Clients gleich behandeln kann. Bis dahin werde ich mich wohl erst einmal auf den Betrieb der SMT7020S beschränken müssen, aber wenigstens läuft diese nach ein paar kleinen Anpassungen (geänderte NFS-Shares) schon wieder.
- Alles in allem war dieser ungeplante Server-”Umbau” doch nicht so aufwändig wie ursprünglich angenommen. Nächste Woche erfolgt dann noch bisschen Feintuning, speziell in Richtung Power-Management und VDR-Einstellungen (die aktuell komplett auf default-Werten sind).
- Vielleicht schaffe ich es ja künftig, mich etwas öfter um meinen Server zu kümmern und nicht erst, wenn sich ein Crash ganz offensichtlich ankündigt.
[Update 2011-10-18]
Nachdem ich gestern abend doch noch einmal Zeit und Muße zum Basteln hatte, kann die S100 vorerst bleiben und wird (noch) nicht durch eine SMT ersetzt. Jetzt muss ich dann lediglich mal noch bisschen Zeit ins o.g. Feintuning des Servers stecken