Vor etwa eineinhalb Jahren hatte ich mir ja eigene Studioblitze gegönnt, um in meinem Wohnzimmer-Studio erste Erfahrungen in Richtung Studio und Portrait sammeln zu können – damals hatte ich ja hier über meinen Ersteindruck, sowie hier und hier nach meinen ersten beiden Shootings einigermaßen ausführlich geschrieben.
Nun, etwa 18 Monate und gute 20 Shootings später möchte ich meine Erfahrungen mit meinen “China-Krachern” mal wieder teilen. Ich möchte jetzt nicht vollmundig von einem Dauertest reden, denn mein hobbymäßiger Einsatz 1-2 Mal im Monat würde diesem Begriff nicht gerecht.
Bevor ich hier jetzt seitenweise Prosa schreibe, gibt’s hier einfach eine +/- Liste:
+ Preis: damals 69 Euro je Stück (+10 Euro für den Standardreflektor), wurden ein paar Wochen zuvor aber auch schon für 49 Euro verschleudert.
+ “echtes” (Bowens-kompatibles) Bajonett, d.h. es gibt auch vernünftige Lichtformer, bei denen man keine Angst haben muss, daß sie bei Überkopf-Einsatz plötzlich herunterkommen
+ Leistung: 150 Ws sind für’s Arbeiten in einem Wohnzimmer-Studio idR mehr als ausreichend
+ konstante Leistungsabgabe und Lichttemperatur: Bei meinen Shootings konnte ich bisher noch keine Signifikanten Leistungs- oder Lichttemperatur-Schwankungen feststellen
+ Regelbereich: Ein stufenloser Regelbereich von 1/16 (9,75 Ws) bis 1/1 (150 Ws) ist sehr gut brauchbar, vor allem auch für Lowkey-Aufnahmen, bei denen man ansonsten tendenziell eher mit zuviel Licht kämpfen muss. Außerdem läßt sich in einem etwas abgedunkelten Studio auch sehr gut mal mit offener Blende arbeiten
+ Bedienung: Das, was man braucht, ist vorhanden: Leistungsregler, Ein-/Aus-Schalter, Schalter für Einstelllicht und Fotozelle und eine 3,5mm-Buchse für Synchronkabel oder Blitzauslöser
+ Verarbeitung: einfacher, aber robuster Aufbau. Die Blitze fühlen sich nicht “billig” an
+ relativ kompakt
+ Blitzneiger: Der Blitzneiger in der Art eines Video-Neigers ist sehr robust ausgeführt und überzeugt mich mehr als z.B. die Klemmung bei Hensel
+ Auch in Verbindung mit einer umgebauten USV als “Billig-Porty” (==> poor man’s porty) nutzbar, siehe hier und hier
- Einstelllicht: Leider nicht regelbar und mit 100W auch nicht sonderlich stark. Proportional und mit etwas mehr Leistung wäre schon schön…
- Synchronbuchse: Leider nur 3,5mm, auch wenn bei den gängigen (günstigen) Funktriggern idR. gleich die passenden Kabel mitgeliefert werden. 6,3mm wären einfach robuster
Letztendlich habe ich den Kauf meiner 3 DM-150 noch keine Sekunde bereut und obwohl ich noch einen Championata RD-400 (umgelabelter Jinbei DP-400) hier habe, der mir zum einen mehr Leistung und zum anderen stärkeres, proportionales Einstelllicht bietet, setze ich doch lieber meine DM-150 ein – die sind einfach kompakter und “handlicher”. Somit wird der Championata-Blitz meist dazu degradiert bei Highkey-Aufnahmen den Hintergrund totzublitzen.
Bislang hatte ich mit meinen DM-150 Blitzen noch keinerlei Probleme – eine kaputte Glasrohrsicherung und eine kaputte Einstelllicht-Birne führe ich auf Spannungsschwankungen im Netz zurück. Und ich gehe mal davon aus, daß mir die Blitze noch recht lange halten werden. In punkto Preis/Leistung gibt es IMHO kaum etwas Besseres für meine Zwecke.
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